Pressemitteilung

Halle blockt., die Aktionen der BürgerInneninitiative Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage waren durch vielfältige Aktivitäten und durch eine breite Mobilisierung ein großer Erfolg. Gemeinsam haben wir den Naziaufmarsch erfolgreich behindert.

Neben diesem großen Erfolg kam es bedauerlicher Weise in einigen Fällen zu unverhältnismäßiger polizeilicher Gewalt im Einsatz gegen ProtestiererInnen. So wurden Pfefferspray, Schlagstöcke, Faustschläge, Fußtritte und Schmerzgriffe gegen gewaltfreie SitzblockiererInnen eingesetzt.

Offensichtlich hatte die Polizei bis zuletzt an ihrer Prognose festgehalten, dass weniger als 500 Neonazis nach Halle kommen würden.. Diese Fehleinschätzung hat unter anderem dazu geführt., dass nur mit großer Mühe Ausschreitungen von Neonazis auf dem mehrfach umgeleiteten Demonstrationszug unterbunden werden konnten.

Aus diesem Grund bittet Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage AugenzeugInnen oder Betroffene, die am 01.Mai 2011 Szenen von Polizeiwillkür, von Übergriffen durch die Polizei oder Ähnliches beobachtet haben, Gedächtnisprotokolle anzufertigen. Diese sollten so detailliert wie möglich formuliert sein. Auch Bild– und Filmmaterial ist für die Aufarbeitung der Geschehnisse vom 01.Mai 2011 sehr hilfreich.

Um diese Materialien sinnvoll zusammen zu tragen empfehlen wir dieses postalisch oder per (verschlüsselter) E-Mail bis zum 21.Mai 2011 zu senden an:

Halle gegen Rechts
c/o Friedenskreis Halle e.V.
Große Klausstr. 11
D-06108 Halle/Saale

Email: vernetzung@halle-gegen-rechts.de

Die zugesandten Berichte und Protokolle werden streng vertraulich behandelt und weder veröffentlicht noch weiter verbreitet.

Weiter hat jedeR BürgerIn die Möglichkeit Beschwerde über das Fehlverhalten von PolizistInnen an die Zentrale Beschwerdestelle der Polizei zu richten (Kontakt: beschwerde-polizei@mi.sachsen-anhalt.de). Zur Dokumentation wird gebeten eine Kopie an vernetzung@halle-gegen-rechts.de zu senden.

Weitere Infos unter:
http://halleblockt.blogsport.de
und
http://ea-frankfurt.org/gedaechtnisprotokoll

Pressekontakt
Marcus Schlegelmilch – 0176/36941097 oder 0176/20673776

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Auswertung 1. Mai 2011

Am 01.Mai kam es zu mehreren Übergriffen und zu massivem Fehlverhalten der Polizei. Falls ihr Repression oder Übergriffe selbst erlebt oder beobachtet habt, wäre es wichtig diese über ein Gedächtnisprotokoll zu dokumentieren und an die Adresse vernetzung@halle-gegen-rechts.de (PGP ) zu senden.

Es besteht auch die Möglichkeit Beschwerde über das Fehlverhalten von Polizist_innen an die Zentrale Beschwerdestelle der Polizei zu richten (Kontakt: beschwerde-polizei@mi.sachsen-anhalt.de). Bitte leitet zur Dokumentation auch eine Kopie eures Beschwerdeschreibens an unsere Mailaddresse weiter.

Auch nach dem 01.Mai sind wir solidarisch!

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Pressemitteilung zum 01. Mai 2011

Bunter und gewaltfreier Protest behindert erfolgreich Naziaufmarsch in Halle (Saale). Polizei zeigt sich überfordert und reagiert zum Teil unverhältnismäßig

‚Halle gegen Rechts. Bündnis für Zivilcourage‘ dankt allen Hallenser_innen und Sympathisant_innen aus anderen Städten, die am 1. Mai den rund 1000 Nazis in Halle (Saale) entschlossen entgegengetreten sind und somit einen wichtigen Beitrag für eine demokratische Protestkultur in der Stadt geleistet haben.

Unter dem Motto des Bündnisses „Halle blockt! Naziaufmarsch verhindern“ haben sich rund 2500 Teilnehmer_innen an Demonstrationen und friedlichen Sitzblockaden auf den Straßen Halles beteiligt. Die Zahl der Gegendemonstrant_innen übertraf damit die Erwartungen der Veranstalter_innen im Vorfeld. Jung und alt mischte sich gleichermaßen unter die Aktiven wie auch zahlreiche Familien mit Kindern. Die Demonstrant_innen haben den Aktionskonsens des Bündnisses „bunt, gewaltfrei und phantasievoll“ engagiert und mutig umgesetzt.

Als großer Erfolg der Demonstrant_innen des 1. Mai 2011 in Halle (Saale) darf zudem der Umstand gewertet werden, dass die Nazis ihre geplante Route durch den Süden der Stadt nicht antreten konnten. Aufgrund von Spontanblockaden u.a. an der Ecke Turmstraße/Philipp-Müller-Straße und zwischen Merseburger Straße/Raffineriestraße konnte den Nazis lediglich eine verkürzte Ausweichroute in den Norden und Osten der Stadt von der Polizei zugesprochen werden.

Aus Sicht des Bündnisses ‚Halle gegen Rechts‘ kann die Einsatzstrategie der Polizei jedoch nicht frei von Kritik bleiben. Die Polizei wirkte zuweilen planlos und agierte unverhältnismäßig aggressiv gegenüber Gegendemonstrant_innen. So stoppten die Einsatzkräfte ohne Angabe von Gründen die Teilnehmer_innen der genehmigten Bündnisdemo in der Raffineriestrasse, die so den geplanten Ort der Abschlusskundgebung am südlichen Ernst-Kamieth-Platz nicht erreichen konnten.

Ein Protest in Hör- und Sichtweite am Versammlungsort der Neonazis war so nicht mehr möglich. Zudem kam es zu unverhältnismäßiger polizeilicher Gewalt im Einsatz gegen demokratische Protestierer_innen. So wurde Pfefferspray auf friedliche Sitzblockierer_innen eingesetzt. Offensichtlich hatte die Polizei bis zuletzt an ihrer Fehleinschätzung von weniger als 500 Neonazis festgehalten. Nur mit Mühe konnten Ausschreitungen von Neonazis auf dem Rückmarsch zum Bahnhof unter Kontrolle gehalten werden.

Am gestrigen 1. Mai 2011 in Halle (Saale) hat sich gezeigt: Gehen die Hallenser_innen gemeinsam entschlossen auf die Straße und Plätze der Stadt, dann haben Neonazis in Halle (Saale) keine Chance!

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Anmerkung

Sanitäre Einrichtungen findet ihr am 1. Mai in den naheliegenden Frankeschen Stiftungen oder im Maritim Hotel.

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Nützliche Sachen

Hier noch ein paar nützliche Sachen für Demonstrationen/Protestaktionen

Damit der Tag gelingt ist es wichtig, dass nicht alle planlos durch die Gegend steuern. Nehmt euch im Vornherein eine konkrete Aktion vor, welche ihr an diesem Tag umsetzten wollt. Dies kann die Teilnahme an der Bündnisdemo, aber auch andere Aktionen sein. Sprecht in eurer Gruppe gegenseitig über eure Ängste und macht deutlich wie weit ihr bereit seit zu gehen und wo eure Grenzen liegen.

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Infotelefon, EA Info & wap Ticker

Infotelefon: 0174 – 6566997

WAP Ticker: http://demoticker.org

WAP-Twitter: https://twitter.com/erstermaihalle

EA: 0160 – 1007276 (Bitte nur bei Gewahrsamnahme und/oder Polizeiwillkühr anrufen!)

Link zur aktuellen Karte!

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Anreise Leipzig

Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz:
Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise per S-Bahn: 1.5.2011, 8:45 Uhr am Bahnsteig 6, Hauptbahnhof Leipzig!

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Nazis unerwünscht

Entsprechend §6 Abs.1 VersG weisen wir darauf hin, dass Personen, die rechtsextremen Parteien angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von unseren Veranstaltungen ausgeschlossen sind.

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„Seit ´33 arbeitsfrei“ – Wie Neonazis den 1. Mai instrumentalisieren

Hintergrundpapier 2/2011

„Seit ´33 arbeitsfrei“ – Wie Neonazis den 1. Mai instrumentalisieren

Seit Beginn der 1990er Jahre bemühen sich Neonazis den 1.Mai inhaltlich zu besetzen und als zentralen Aufmarschtermin zu etablieren. Diese Versuche sind Teil einer spektrenübergreifenden Strategie soziale Fragen mit neonazistischen Inhalten zu beantworten. In diesem Jahr plant die Neonaziszene Demonstrationen in Halle (Saale), Heilbronn und Greifswald.
Im aktuellen Hintergrundpapier der Arbeitsstelle Rechtsextremismus wird die historische Bedeutung des 1. Mai für die Naziszene beleuchtet. In diesem Zusammenhang wird die aktuelle Argumentation der Nazis gegen die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Arbeitnehmerfreizügigkeit als das enttarnt, was es ist: kein modernes Politikverständnis, sondern ein Deutungsanspruch, der in der Traditionslinie der historischen Nationalsozialisten steht.

AREX Hintergrundpapier 02/2011

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Pressemitteilung zur Informationsveranstaltung am 28.04.2011 im Stadthaus

Halle (Saale). Am Donnerstagabend, dem 28.04.2011 um 18 Uhr, lud Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados zur Informationsveranstaltung mit Pressegespräch ins Stadthaus ein. Anlass war der 1. Mai in Halle und die daraus resultierende Verabschiedung des Stadtratsbeschlusses „Halle blockt. Naziaufmarsch am 1. Mai wollen wir nicht!“. Hintergrund ist eine von den sogenannten Freien Kräften angemeldete Demonstration.
Als Podiumsgäste informierten Ute Larsen und Christof Starke, beide Mitglieder des Koordinierungskreises „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“, der neue Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt Holger Stahlknecht, der DGB-Vorsitzende Halle-Dessau Johannes Krause, der Vorsitzende des Stadtrates Harald Bartl sowie der Vorsitzende des Präventionsrates Walther Seiler.
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